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Newsletterarchiv 2015

02.02.2015 Reformimpulse wirken auf die Management- und Arbeitsbedingungen in der psychiatrischen Versorgung - Wissenschaftler legen Ergebnisse einer empirischen Untersuchung aus dem Jahr 2014 vor

Reformimpulse wirken auf die Management- und Arbeitsbedingungen in der psychiatrischen Versorgung - Wissenschaftler legen Ergebnisse einer empirischen Untersuchung aus dem Jahr 2014 vor


Bremen, 2. Februar 2015 – Am Donnerstag letzter Woche stellten Forscher der Universitäten Marburg, Bremen und Ulm die Ergebnisse einer empirischen Untersuchung in Kooperation mit der HBS zu „Arbeits- und Handlungsbedingungen in der psychiatrischen (Klinik)-Versorgung“ vor. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Reformimpulse der psychiatrischen Versorgung von der Psychiatrie-Enquete bis zum PEPP-System – auf die Handlungsbedingungen des Managements sowie auf die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten wirken. Dabei werden diese Reformimpulse sehr unterschiedlich wahrgenommen:

 

-     Für das ärztliche Management stehen Enthospitalisierung und ambulante Versorgungsangebote orientiert an personenorientierten Konzepten im Vordergrund.

-     Für das Management stehen gezielte Leistungsstrategien sowie die Vorbereitung auf das neue Entgeltsystem PEPP im Vordergrund.

-     Für das Pflegemanagement sind Fragen der Arbeitsbedingungen und der Arbeitsverdichtung ein Schwerpunktthema.

-     Gleichzeitig wirken die Veränderungen in der Psychiatrie auch auf die Arbeitsbedingungen.

-     Der Aufwand für Dokumentationen ist in den letzten Jahren gewachsen.

-     Implizite Rationierung, fehlende Zeit zur Zuwendung für den Patienten, aber auch hohe Ansprüche an die eigene Arbeit prägen die Arbeitssituation der Beschäftigten in der psychiatrischen Versorgung.

 

Diskutieren Sie diese aktuellen Forschungsergebnisse auf der 7. Fachtagung Psychiatrie „Arbeit für Menschen mit psychischen Erkrankungen“. Im Workshop 3 diskutieren mit Ihnen:

-     Dr. Bernard Braun vom Zentrum für Sozialpolitik, Gesundheitsökonomie, Gesundheitspolitik und Versorgungsforschung an der Universität Bremen, zu „Arbeitsbedingungen der psychiatrischen Versorgung und Handlungsoptionen für Arbeitnehmervertretungen“.

-     Prof. Dr. Michael Lingenfelder, Philipps-Universität Marburg, zu „Unternehmens- und Personalstrategien psychiatrischer Einrichtungen im Wandel“.

-     Dr. med. Bettina Willms, Chefärztin der Südharz-Klinik in Nordhausen, zu „Zukünftige Herausforderungen für Arbeit und Personal“.

-     Cordula Kiank, Gewerkschaftssekretärin der ver.di-Bundesverwaltung, zu „Eckpunkte guter Arbeit in der psychiatrischen Versorgung der Zukunft“.

 

13.01.2015 Ein zukunftsfähiges Versorgungssystem für eine integrative Gesundheitsversorgung – Wir haben (noch) eine Chance

Ein zukunftsfähiges Versorgungssystem für eine integrative Gesundheitsversorgung – Wir haben (noch) eine Chance


Bremen, 13. Januar 2015 – Psychiatrie ist ein besonderes Arbeitsfeld – Psychiatrie stellt außergewöhnliche Anforderungen an Mitarbeitende – Arbeit mit  psychisch kranken Menschen  belastet anders als eine Tätigkeit in anderen Bereichen des Gesundheitswesens.

 

Die Rahmenbedingungen für psychiatrisches Arbeiten werden sich grundlegend verändern – PEPP steht vor der Tür: Mehr Wettbewerb, mehr Transparenz, mehr ökonomische Steuerung. Was bedeutet dies für  Menschen, die sich bewusst für das Arbeitsfeld Psychiatrie entschieden haben. Wie müssen sie sich anpassen, verändern, neu qualifizieren? Was bedeute dies für die Organisation von psychiatrischer Arbeit? Wie wird es gelingen auch unter veränderten Rahmenbedingungen Menschen für eine Tätigkeit in der Psychiatrie zu begeistern?

 

Diese Fragen diskutieren wir auf der 7. Fachtagung Psychiatrie. Die diesjährige Veranstaltung steht am Anfang der zusätzlichen zwei Jahre, die wir für ein neues Versorgungssystem nutzen müssen. Diskutieren Sie jetzt mit. In zwei Jahren könnte es zu spät sein.

 

Newsletterarchiv 2014

16.12.2014 PEPP – Große Verunsicherungen meldet das Psychiatriebarometer 2013

PEPP – Große Verunsicherungen meldet das Psychiatriebarometer 2013


Bremen, 16. Dezember 2014 – Im Hinblick auf die Auswirkungen des neuen Entgeltsystems in der Psychiatrie und Psychosomatik (PEPP) herrscht laut dem aktuellem DKI Psychiatriebarometer 2013 bei den psychiatrischen Einrichtungen große Unsicherheit. Tendenziell schätzen die Einrichtungen, die das neue Entgeltsystem bereits anwenden (Optionskrankenhäuser) ihre wirtschaftliche Situation schlechter ein als die übrigen Psychiatrien. Diese Pressemeldung von Ende November 2014 verdeutlicht den Diskussionsbedarf zum neuen Entgeltsystem in psychiatrischen Versorgung.

 

Die 7. Fachtagung Psychiatrie stellt sich diesem Thema; im Rahmen des Workshop 1 berichten und diskutieren wir zu den aktuellen Entwicklungen des Entgeltsystems PEPP.

Moderiert von Dr. med. Dieter Grupp, Geschäftsführer, ZfP Südwürttemberg, Ravensburg und Katrin Erk, kaufm. Vorstand, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim werden am 20. Februar 2015 folgende Themen erörtert:

 

-Die Umgestaltungen im PEPP-Katalog 2015

 Dr. Frank Heimig, Geschäftsführer, InEK Siegburg

-Qualitätssicherung in der sektorenübergreifenden psychiatrischen Versorgung – die     Arbeit im GBA

 Thomas Brobeil, Geschäftsführer, Vinzenz-Paul-Hospital gGmbH, Rottweil

-Der doppelte Orientierungswert als Anreiz – Rentiert sich der Umstieg auf PEPP in 2015?

 Peter Heimscheid, stellvertr. Leiter Krankenhausrecht, Asklepios Konzernbereich Krankenhausfinanzierung,   Hamburg

-MDK – Was erwartet uns mit PEPP – erste Erfahrungen

 Anne Richert, Oberärztin, Medizincontrolling, Alexianer Krankenhaus, Berlin

 

Bringen Sie sich auf den neuestens Stand der Entwicklung. Diskutieren Sie Konsequenzen für Ihre unternehmerische und betriebliche Strategie.

Wirken Sie darüber hinaus mit an Diskussionen über die Arbeit für Menschen mit psychischen Erkrankungen – am 19. und 20. Februar 2015 in Berlin.

25.11.2014 Gestalten Sie die Zukunft aktiv mit! Beeinflussen Sie Ihre zukünftigen Arbeits- und Handlungsbedingungen

Gestalten Sie die Zukunft aktiv mit! Beeinflussen Sie Ihre zukünftigen Arbeits- und Handlungsbedingungen


Bremen, 25.November 2014 – Vor dem Hintergrund umgreifender Veränderungen im Umfeld der psychiatrischen Versorgung beschäftigt sich die 7. Fachtagung Psychiatrie mit dem Themenschwerpunkt „Arbeit für Menschen mit psychischen Erkrankungen, psychiatrische Arbeit – Entwicklungen und Perspektiven“. Zum einen wird seit mehreren Jahren ein neues Entgelt für die Psychiatrie eingeführt (PEPP). Dieses Entgeltsystem ist unter den betroffenen Anspruchsgruppen sehr umstritten. Zum anderen werden Modellprojekte nach § 64b SGB V praktiziert, in denen Zielbilder der psychiatrischen Versorgung, orientiert an den Bedürfnissen des Patienten, erprobt werden und deren Evaluationsergebnisse gezielt in die Weiterentwicklung des Entgeltsystems einfließen sollen.

Wir möchten die Fachtagung im Februar 2015 dafür nutzen, um mit Ihnen nicht nur Theorie und Empirie psychiatrischer Arbeit zu diskutieren, sondern ebenso Hypothesen zur Zukunft der Arbeit in der psychiatrischen Versorgung. Gemeinsam mit den Teilnehmern werden wir interaktiv Szenarien zur Zukunft der Arbeit gestalten, unter der zentralen Fragestellung: Wie wird die Arbeit für Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen im Jahr 2025 ausgestaltet sein? Diese Szenarien sollen allen Beteiligten der psychiatrischen Versorgung dabei helfen, Entwicklungen und mögliche Gefährdungen zu beurteilen und gezielt darauf hinwirken, diese zu beeinflussen.

 

23.10.2014 Arbeit für Menschen mit psychischen Erkrankungen Psychiatrische Arbeit – Entwicklungen und Perspektiven

Arbeit für Menschen mit psychischen Erkrankungen Psychiatrische Arbeit – Entwicklungen und Perspektiven


Bremen, 23. Oktober 2014 – Schwerpunkt der 7. Fachtagung ist die Fragestellung, wie sieht die Arbeit für Menschen mit psychischen Erkrankungen in Zukunft aus – welche Entwicklungen und Perspektiven psychiatrischer Arbeit gibt es? Und welche Anforderungen der unterschiedlichen Akteure der psychiatrischen Versorgung gibt es, um mögliche Fehlentwicklungen zu vermeiden? Im Mittelpunkt stehen die verschiedenen Professionen, die insbesondere in stationären, ambulanten und gemeindepsychiatrischen Kontexten arbeiten. Rückblickend auf grundlegende Veränderungen und Mechanismen psychosozialer Arbeit der letzten 30 Jahre werden in fünf moderierten Szenario-Gruppen Zukunftsszenarien zu den Themen: (1) neue Rollen und neue Aufgaben in der psychiatrischen Versorgung, zu (2) Personalmanagement/Personalbemessung, zu (3) Qualifizierung und Akademisierung für die in psychiatrischen Versorgungseinrichtungen tätigen Mitarbeitenden,  zu (4) Arbeitssituation und Arbeitsbelastung in der psychiatrischen Versorgung und zu (5) neuen Lebens- und Arbeitsmodellen (Worklife-Balance) entwickelt.

Erneut ist die aktuelle Entwicklung zum PEPP-System Gegenstand der Tagung. Darüber hinaus stellen wir erstmalig aus dem laufenden Forschungsprojekt des Forum für Gesundheitswirtschaft (gefördert durch die Hans-Böckler-Stiftung) aktuelle Forschungsergebnisse zu Arbeits- und Handlungsbedingungen in der psychiatrischen Versorgung vor.

14.10.2014 Das Programm der 7. Fachtagung Psychiatrie ist online

Arbeit für Menschen mit psychischen Erkrankungen | Psychiatrische Arbeit - Entwicklungen und Perspektiven


Bremen, 14. Oktober 2014 – das Programm der 7. Fachtagung Psychiatrie, die vom 19. bis 20. Februar 2015 in Berlin statt findet ist online!

Schwerpunkt der 7. Fachtagung ist das Thema „Arbeit für Menschen mit psychischen Erkrankungen,
Psychiatrische Arbeit – Entwicklungen und Perspektiven“. Auf der Fachtagung wollen wir Veränderungen der Arbeit in der Gegenwart, aber auch die Zukunft der Arbeit in der Psychiatrie diskutieren.

Am 19. und 20. Februar findet mit der 7. Fachtagung Psychiatrie wieder der Kongress der Psychiatriegestaltenden in der Gesundheitswirtschaft statt. An zwei Tagen treffen sich Mitarbeiter, Entscheider und Interessenvertreter der psychiatrischen Gesundheitsbranche aus Kliniken, Pflege- und Reha-Einrichtungen sowie Patienten, Nutzer und Psychiatrie-Erfahrene und Vertreter von Krankenkassen, Kostenträgern, Initiativen, Politik und Management, um mit Fachkollegen und Experten aktuelle Themen zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

Zwei Tage voller Vorträge, Expertenpanels und Workshops zu theoretischen und praktischen Fragestellungen der psychiatrischen Versorgung sind angesetzt; rund 60 namenhafte Referenten und Moderatoren bestreiten die ca. 11 Panels, zu denen zahlreiche Repräsentanten der psychiatrischen Versorgung, Gesundheitswirtschaft, Forschung und Politik erwartet werden.

Am Abend des ersten Tages erwartet Sie ein attraktives Theaterprojekt der Stiftung Kultur Verrückt, mit dem Stück „ Totalausfall“; das sehr emotional, intensiv und bitter-komisch psychische Erkrankungen im Betriebsalltag thematisiert und gekonnt Inhalte und Stimmungen des Tages aufgreift. Theaterstück „Totalausfall“ Stiftung Kultur verrückt

10.02.2014: Wandel der Arbeit - neue Herausforderungen für die Arbeitnehmervertretungen in der Psychiatrie

Wandel der Arbeit - neue Herausforderungen für die Arbeitnehmervertretungen in der Psychiatrie


Bremen/Berlin, 10. Februar 2014 – Die Arbeitsbedingungen in der Psychiatrie werden sich in den nächsten Jahren deutlich verändern. Grund sind zum einen geänderte Anforderungen an die Versorgung der Bevölkerung, zum andern die Einführung eines neuen pauschalierenden Finanzierungssystems im stationären Bereich. Diese Veränderungen stehen im Mittelpunkt des Arbeitnehmerforum der 6. Fachtagung Psychiatrie.

Florian Butollo – Friedrich-Schiller-Universität Jena – wird über Arbeits- und Handlungsbedingungen in der psychiatrischen und psychosomatischen Versorgung berichten und auf das Verhältnis von technologischem und Arbeitsbeziehungen eingehen. Ebenso geht es um Anforderungen an eine neue gewerkschaftliche Arbeit.

Gegenstand des zweiten Beitrags ist ein Bericht zu einem laufenden Forschungsprojekt in Kooperation mit der Hans-Böckler-Stiftung. Dieses Forschungsprojekt soll mehr Transparenz darüber herstellen, welche Reformimpulse aus der Sicht von Beschäftigten im Behandlungs-, im Management- und im Arbeitsbereich „angekommen“ sind und wie diese wirken.

Prof. Dr. med. Peter Kruckenberg - ärztl. Direktor a.D. am Klinikum Bremen-Ost – stellt Überlegungen für eine Reform der Psychiatrie Personalverordnung (PsychPV) an. Dabei plädiert Kruckenberg, anders als der Gesetzgeber, für eine Beibehaltung und Weiterentwicklung der PsychPV im neuen Finanzierungssystem.

Die drei Vorträge bilden die Basis für ein Gespräch über Herausforderungen an Betriebs-, Personalräte und Mitarbeitervertretungen unter den geänderten Bedingungen.

Wirken Sie aktiv mit, gestalten Sie „Spielregeln“ psychiatrischer Versorgung für ein Modellvorhaben nach § 64 b SGB V


Bremen/Berlin, 31. Januar 2014 – die 6. Fachtagung Psychiatrie Regionale psychiatrische Hilfesysteme und Ökonomie hat sich dem Thema „Spielregeln psychiatrischer Versorgung“ verschrieben. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund der Einführung des neuen Entgeltsystems, aber auch der Möglichkeiten, die Modellvorhaben nach § 64 b SGB V bieten, von hoher Relevanz.

Bereits bei der Einführung des neuen Entgeltsystems wurde deutlich, dass sehr unterschiedliche Interessen auf die Rahmenbedingungen psychiatrischer Versorgung wirken.

Derzeit gehen in verschiedenen Bundesländern auch weitere Modellvorhaben nach § 64 b SGB V an den Start. Die Erfahrung zeigt, dass es sinnvoll ist, die unterschiedlichen Aktivitäten zu bündeln bzw. einen systematischen Erfahrungsaustausch zu organisieren. Die 6. Fachtagung Psychiatrie bietet dazu Gelegenheit. Das am Nachmittag des 1. Kongresstages vorgesehene Planspiel mit allen Teilnehmern des Kongresses hat das Ziel, „Spielregeln“ der psychiatrischen Versorgung in einer simulierten Situation zu verhandeln. Das Planspiel verläuft in drei Phasen:

In der 1. Phase wird die Ausgangssituation für das Planspiel dargelegt. Hierbei geht es u. a. um die grundsätzlichen Rahmenbedingungen und Gestaltungsparameter psychiatrischer und psychosomatischer Versorgung, um die Steuerungsmechanismen sowie um die diskutierten Behandlungsstrategien und deren Wirkungen auf die Versorgungssituation. Es geht um das Spannungsfeld von Markt und Staat. Weiterhin wird das Spannungsfeld von personenorientierter versus institutionsorientierter Behandlungsstrategie thematisiert. Das Ganze vor dem Hintergrund einer auch insbesondere durch die Kostenträger betriebenen Diskussion um das Spannungsfeld von Qualität und Ökonomie.

In der 2. Phase bereiten sieben moderierte Gruppen aus der Perspektive unterschiedlicher Interessen eine Verhandlungssituation vor. Die Interessengruppen sind:

  1. Stationäre Anbieter psychiatrischer Versorgung
  2. Ambulante Anbieter psychiatrischer Versorgung
  3. Patienten und Angehörige
  4. Arbeitnehmer       
  5. Kostenträger
  6. Investoren und Eigentümer
  7. Politik und Krankenhausplanung

Innerhalb dieser jeweiligen Interessengruppen sollen die Teilnehmer ihre Ansprüche, Interessen, Zielsetzungen im Kontext eines geplanten Modellvorhaben nach § 64 b SGB V formulieren und daraus „Spielregeln“ ableiten, die dazu beitragen, dass Ihre Zielsetzungen bei der Umsetzung des Modellvorhabens gewahrt werden.

In der 3. Phase werden aus den sieben moderierten Interessengruppen je zwei Vertreter in einen moderierten Verhandlungs-Workshop delegiert. In diesem moderierten Workshop geht es darum, die „Spielregeln“ einzubringen, die Gemeinsamkeiten und den Dissens festzuhalten und möglichen Klärungsbedarf zu konstatieren. Abschließend wird mit allen Beteiligten reflektiert: Was bedeuten diese „Spielregeln“ für die jeweilige Interessengruppe, was bedeutet die erlebte Simulation der Realität jetzt für das Handeln der jeweiligen Teilnehmer?

16.01.2014: Partizipation - partizipative Steuerung

Partizipation - partizipative Steuerung


Bremen/Berlin, 16. Januar 2014 – Psychiatrische Versorgung zwischen Markt und Regulierung ist eng verbunden mit der Beteiligung von Betroffenen und Angehörigen als Nutzer. Die Gestaltung von individuellen Angeboten der psychiatrischen/psychosomatischen Versorgung im Rahmen einer zukunftsorientierten psychosozialen Arbeit sowie Entscheidungsprozesse in politischen Umsetzungen werden künftig mehr Grundlagen der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung einfließen lassen müssen. Dies erfordert einerseits Regelungen zu den unterschiedlichen Interessen, wie beispielsweise ökonomische, therapeutische, begleitende oder Nutzer orientierte Interessen und andererseits Offenheit für die Argumente und Lösungsorientierung des jeweils anderen.

„Spielregeln“ sind somit die Grundlagen für eine partizipative Steuerung und für eine Orientierung am Bedarf bzw. an den Bedürfnissen von Psychiatrie-Erfahrenen und Angehörigen. Sie tragen dazu bei, die Balance zwischen zu viel und zu wenig Hilfe der unterschiedlichen Berufsgruppen der psychiatrischen/psychosomatischen Versorgung zu finden. Die partizipative Steuerung ist sowohl für die Entwicklung von Versorgungsstrukturen als auch für Qualitätsmerkmale von psychiatrischen Angeboten und politischen Entscheidungsfindungen von Bedeutung.

Im Rahmen des Workshop IV – Partizipation – partizipative Steuerung geben drei Kurzvorträge einen Einstieg in die Vielfältigkeit der Thematik. Frau Sibylle Prins zeigt auf, welche Möglichkeiten Betroffene grundsätzlich haben, in die „Spielregeln“ der Versorgung einzugreifen und wo Grenzen und Widerstände von Professionellen und Institutionen, aber auch bei Betroffenen selbst auftreten. Ein zentrales Thema im psychiatrischen Alltag ist der Umgang mit Medikamenten, welches von Peter Lehmann aufgegriffen wird und aufzeigt, dass Psychiatriebetroffene die Zulassung und Anwendung von Psychopharmaka selbst kontrollieren können. Dr. Harrie van Haaster aus Amsterdam stellt internationale Entwicklungen zu Partizipation bzw. partizipativer Steuerung aus internationaler Sicht vor. Die Moderatorinnen des Workshops entwickeln trialogisch eine Vision von partizipativer Steuerung und deren Spielregeln unter Einbeziehung der UN-Konvention auf die partizipative Steuerung.

In einem abschließenden gemeinsamen Dialog werden die Teilnehmer in Gruppen zu den Themen Versorgungsplanung, Grundhaltung, Ethik, Qualitätskriterien, Politik und Un-Konvention 2020 Forderungen und Feststellungen anhand vorgegebener Themenbereiche in der Diskussion entwickelt. Spannend wird sein, inwieweit deutlich wird wann die einzelnen Beteiligten zu „Mitspielern“ werden, wie dies sichtbar wird und wann „Mitspieler“ als kompetent gelten und was die Akteure voneinander lernen können.

Workshop IV
Partizipation –  partizipative Steuerung
Kurzvorträge und Diskussion

Einführung in die Thematik

Wie und wo können Psychiatrie-Erfahrene in die „Spielregeln“ der psychiatrischen Versorgung eingreifen – Möglichkeiten, Grenzen und Widerstände von Professionellen / Institutionen
(Sibylle Prins, Psychiatrie-Erfahrene, Autorin und Referentin, Bielefeld)

Der Traum von der Selbstbestimmung – Psychiatriebetroffene kontrollieren die Zulassung und Anwendung von Psychopharmaka
(Dr. phil. h.c. Peter Lehmann, Verleger, Dipl. Sozialpädagoge & Psychiatrie-Überlebender, Berlin)

Partizipation und Nutzerbeteiligung – ein Blick über die Grenzen – internationale Entwicklungen
(Dr. Harrie van Haaster, IGPB, Amsterdam)

Partizipative Steuerung – trialogische Entwicklung einer Vision unter Einbeziehung der UN-Konvention
(Irmela Boden, Angehörige, Jana Westphal, Psychiatrie-Erfahrene, Hilde Schädle-Deininger, Leiterin der Fachweiterbildung Psychiatrische Pflege, Fachhochschule Frankfurt a. M)

Partizipation – Forderungen und Feststellungen

Moderation
Hilde Schädle-Deininger
, Leiterin der Fachweiterbildung Psychiatrische Pflege,Fachhochschule Frankfurt a. M., Irmela Boden, Angehörige, Jana Westphal, Psychiatrie-Erfahrene

Newsletterarchiv 2013

12.12.2013: Modellprojekte nach § 64 b SGB V - Chance für Veränderung der Versorgungssteuerung

Modellprojekte nach § 64 b SGB V - Chance für Veränderung der Versorungungssteuerung


Bremen/Berlin, 12. Dezember 2013
– die Tatsache, dass Modellprojekte mit alternativen Steuerungsanreizen für die psychiatrische Versorgung erstmals auf Ebene des SGB V vom Gesetzgeber vorgesehen sind, kann als Chance zu einer Veränderung der Versorgungssteuerung der Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik angesehen werden. Damit die Ergebnisse der Modelle mit dem Regelversorgungssystem verglichen werden können und eine realistische Chance entsteht, die Gestaltung des Entgeltsystems ab 2016 maßgeblich auch durch die in den Modellen gewonnene Erfahrung prägen zu können, ist eine fundierte Evaluation gegenwärtig eine der wichtigsten zur Entscheidung stehenden Aufgaben.

Die Entwicklungen der gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen und das Voranschreiten der Vertragsverhandlungen auf der Ebene der einzelnen Krankenhäuser, sind Anlass Interessierte und bereits in Modellprojekte involvierte Akteure miteinander ins Gespräch zu bringen. Nach anfänglicher Freude über die Verankerung der Rahmenbedingungen von Modellprojekten im Rahmen des § 64b SGB V wurde schon bald deutlich, dass die Umsetzung und insbesondere die Vertragsverhandlungen und Vertragsgestaltungen, aber auch Fragen der praktischen Ausgestaltung und Evaluation, jeweils vor Ort sehr unterschiedliche Herausforderungen mit sich bringen. Das Netzwerk „Steuerungs- und Anreizsysteme für eine moderne psychiatrische Versorgung“ lädt auf der 6. Fachtagung Psychiatrie zum Austauschforum ein:

Im Rahmen von Impulsreferaten wird der aktuelle Stand der Vorbereitungen für das Psychiatrieentgelt­gesetz im Hinblick auf die Modellprojekte gemäß § 64b SGB V skizziert, mit aktuellen Praxisberichten u. a. zu: Abgeschlossene Verträge und laufende Vertragsverhandlungen im Bundesgebiet, Erfahrungen etablierter und sich etablierender Modellprojekte nach § 64b SGB V und darüber hinaus. Gemeinsam mit den Teilnehmern werden die Herausforderungen der nächsten Jahre und die notwendigen Schritte erörtert und folgende Fragen diskutiert: Welchen Beitrag können bzw. sollten Modellprojekte zum Bericht über das Entgeltsystem an den Deutschen Bundestag im Jahr 2016 leisten? Und wie sind die Rahmenbedingungen für die nach § 64b SGB V vorgesehene wissenschaftliche Evaluation der Modellprojekte umzusetzen bzw. zu gestalten und welche Anforderungen gibt es?

Workshop I
Modellprojekte nach § 64b SGB V – Stand der Umsetzung und praktische Probleme

Impulsreferate
Politische Entwicklungen – Aktueller Stand Februar 2014

(Prof. Dr. med. Arno Deister,  Chefarzt Klinikum Itzehoe)

Modellprojekte nach § 64 b SGB V im Bundesgebiet - Abgeschlossene Verträge, laufende Verhandlungen, Stand der Etablierung
(Dr. med. Bettina Wilms,  Chefärztin, Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
Südharz-Krankenhaus Nordhausen)

Blick über den „Tellerrand“ – Hilfreiche und nützliche Ideen und Erfahrungen aus Projekten mit Finanzierungen aus anderen Bereichen der Sozialgesetzgebung (z.B. SGB 11/12)
(Nils Greve, Vorsitzender, Psychosozialer Trägerverein e.V. Solingen (PTV))

Moderierte Diskussion
Anforderungen für die o. g. Aufgaben – Bericht an den Deutschen Bundestag und wissenschaftliche Evaluation; auch mit der Zielsetzung einer Etablierung von Modellprojekten in der psychiatrischen Versorgungslandschaft über die aktuellen Vertragslaufzeiten hinaus

07.11.2013: PEPP - Optionsstart 2015?

PEPP - Optionsstart 2015?


Bremen, 07. November 2013 – bisher war bei allen Systembeteiligten der Psychiatrie und Psychosomatik klar, dass ab Januar 2015 das neue Entgeltsystem in Kraft treten wird. Inzwischen kommen jedoch berechtigte Zweifel an diesem Termin auf. Möglicherweise gibt es eine Verschiebung des Systemstarts um zwei Jahre auf den 01.01.2017. Ermöglicht wurde dies durch die Darlegung einer Alternative zur bisher gewählten Variante der ermittelten Bewertungsrelationen im PEPP-Katalog 2013.

Mit der Initative TEPPkonkret gelang es einer kleinen Gruppe von Kalkulationskrankenhäusern einen PEPP-Grouper zu entwickeln, der den Behandlungstag als Groupierungsmerkmal heranzieht und somit andere Relativgewichte errechnet hat. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass dieser Tagesgrouper nur einen kleinen Ausschnitt der psychiatrischen und psychosomatischen Behandlungsvielfalt untersucht hat und es sich in der Ausarbeitung des Groupers um eine Machbarkeitsstudie gehandelt hat.

Deutlich geworden ist hierbei sehr wohl, dass alternative Berechnungsverfahren möglich sind und einer genaueren Prüfung bedürfen. Dies hat die Selbstverwaltung zum Anlass genommen, um in die Diskussion zu einer Veränderung der bisher festgesetzten Rahmenbedingungen einzusteigen. Gegenwärtig werden primär zwei Sachverhalte diskutiert: a) Verlängerung der Optionsphase um zwei Jahre und b) Erarbeitung eines Prüfauftrages für das InEK zur Prüfung von möglichen Berechnungsalternativen zur Ermittlung von tagesbezogenen Relativgewichten. Grundlage für die Weiterführung dieser Diskussion ist die Annahme des erarbeiteten PEPP-Kataloges 2014 durch die Selbstverwaltung.

Dass dieses System lernwillig ist, ist daran erkennbar, dass in den OPS-Katalog 2014 die Leistungen „Hometreatment“ und „Halbtagesklinik“ aufgenommen worden sind und die Bestimmung der Therapieeinheiten der Gruppenbehandlung nun genau auf die Anzahl der teilnehmenden Patienten abgestimmt ist.

Auf der 6. Fachtagung erfahren Sie von ausgewiesenen Experten, welche weiteren Entwicklungen es geben wird. Der Workshop - PEPP für Praktiker - greift die aktuellen Entwicklungen zum Entgeltsystem auf und blickt hinter die derzeit diskutierten Alternativen. Aus der Perspektive von „Praktikern für Praktiker“ werden bedeutende Informationen erörtert, um daraus ein kluges Vorgehen entwickeln zu können.

26.09.2013: "Spielregeln" psychiatrischer Versorgung zwischen Markt und Regulierung

"Spielregeln" psychiatrischer Versorgung zwischen Markt und Regulierung


Bremen, 26. September 2013
- Vom 20. bis 21. Februar 2014 treffen sich in Berlin zum sechsten Mal Mitarbeiter, Entscheider und Interessenvertreter der psychiatrischen Gesundheitsbranche aus Kliniken, Pflege- und Reha-Einrichtungen sowie Patienten, Nutzer und Psychiatrie-Erfahrene und Vertreter von Krankenkassen, Kostenträgern, Initiativen, Politik und Management.

Schwerpunkt der 6. Fachtagung Psychiatrie Regionale psychiatrische Hilfesysteme und Ökonomie ist das Thema: „Spielregeln“ psychiatrischer Versorgung zwischen Markt und Regulierung.

Im Mittelpunkt der Fachtagung steht die Fragestellung: Wie verträgt sich die regionale Steuerung der psychiatrischen Versorgung mit einer vernetzten, sektorübergreifenden, integrierten Behandlungs- und Versorgungsplanung, mit ökonomischen Wettbewerbsstrukturen; und welche „Spielregeln“ sichern die optimale Versorgung von Menschen mit psychischen Störungen im Sinne einer „guten“ regionalen psychiatrischen Versorgung?

Die Fachtagung wird dieses Thema aus den verschiedenen Perspektiven der unterschiedlichen Akteure und Anspruchsgruppen diskutieren. Neben dem fachlichen Input werden die Teilnehmer im Rahmen eines Planspiels ein Modellprojekt – „Gute“ regionale psychiatrische Versorgung – erarbeiten und dabei u.a. die Fragen erörtern: Wie viel Ökonomie und Wettbewerb verträgt die Psychiatrie und wie viel Regulierung und Versorgungsplanung braucht die Psychiatrie? Wohin führt eine renditeorientierte ökonomische Steuerung der psychiatrischen Versorgung bzw. welche Alternativen gibt es? Gibt es einen Gesundheitsmarkt? Sind Patienten Kunden? Und soll sich die psychiatrische Versorgung im Wettbewerb entwickeln?

Im Rahmen von Workshops werden, in bewährter Tradition der Tagung, aktuelle Themen der psychiatrischen Versorgung thematisiert. Dazu gehört erneut das Thema Finanzierung. Wir werden die aktuelle Entwicklung zum PEPP-System darstellen und Alternativen – vom IV-Vertrag bis zum Regionalbudget – diskutieren. Die Entwicklung der Arbeitsbedingungen im Bereich der Psychiatrie wird in einem eigenen Arbeitnehmerforum thematisiert. Ebenso behandelt ein eigener Workshop das Thema Partizipation und partizipative Steuerung.

Veranstalter ist das Forum für Gesundheitswirtschaft in Kooperation mit ver.di. Im Koordinatorenteam haben Mitglieder bedeutender Verbände und Institutionen der psychiatrisch-psychotherapeutischen Versorgung mitgewirkt, u. a. Dachverband Gemeindepsychiatrie, APK, Brücke Schleswig-Holstein, Bundesinitiative Ambulante Psychiatrische Pflege, Gesellschaft für psychische Gesundheit NRW, Bundesverband der Angehörigen, DGSP sowie das ZfP Südwürttemberg und das Pfalzklinikum.

29.01.2013: Modellvorhaben nach § 64 b SGB V - Innovation oder Mogelpackung?

Modellvorhaben nach § 64 b SGB V - Innovation oder Mogelpackung?


Bremen, 29. Januar 2013
— Mit dem Entwurf des neuen Entgeltkataloges – auf den ein Großteil der Beteiligten mit Protesten reagierte – hat der Gesetzgeber mit der geplanten Übergangslösung zwar die Möglichkeit geschaffen, alternative Versorgungsformen zu erproben. Kritiker befürchten jedoch, dass Modellvorhaben und die Ideen der politisch Verantwortlichen nur bedingt umgesetzt werden und die Interessen der Krankenkassen dabei eine zu große Bedeutung finden könnten.

Für die Vereinbarung, wie Modellvorhaben zu realisieren sind, fehlen zurzeit klare Leitlinien. Damit wächst bei vielen Beobachtern die Befürchtung, dass sich ein „freies Spiel der Lobbyisten“ entwickeln könnte, welches optimale und mit allen Beteiligten abgestimmte Lösungen verhindern könnte.

Trotz kritischer Einwendungen: Es gibt bereits sehr gute Ideen und Ansätze, wie Modellvorhaben umgesetzt werden können. Praktische Erfahrungen wurden bereits vielerorts gemacht.

Auf der 5. Fachtagung Psychiatrie wird gemeinsam mit erfahrenen Entscheidungsträgern und Betroffenen erörtert, welche Details bei Modellvorhaben zu beachten sind, welche Lösungen und Alternativen geeignet erscheinen und welche Projekte weniger lohnenswert sind. Die Fachtagung geht u.a. den Fragen nach:

-      Ist ein Modellvorhaben nur auf einen Träger und eine Region begrenzt und wie kann man von Beginn an die Frage der Evaluation sinnvoll einbeziehen?
-      Wie können ambulante Angebote einbezogen werden?
-      Wie können Betroffene in die Diskussion um neue Angebotsformen eingebunden werden?
-      Kann man den Wettbewerb der Kassen untereinander für ein Modellvorhaben nutzen?
-      Was sind intermittierende Tageskliniken und wie funktioniert eine Nachtklinik?

Anhand von laufenden Modellprojekten werden praktische Empfehlungen und Lösungen aus verschiedenen Regionen erörtert und beispielhaft erste Erfahrungen aus der Region Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz vorgestellt.

Nutzen Sie die Gelegenheit und verschaffen Sie sich auf der 5. Fachtagung Psychiatrie einen Überblick zur politischen und inhaltlichen Situation.

16.01.2013: Qualität und Ökonomie: Wann rentiert sich Partizipation?

Qualität und Ökonomie: Wann rentiert sich Partizipation?


Bremen, 16. Januar 2013 – Gerade vor der Einführung des neuen Entgeltsystems in der Psychiatrie ist die Diskussion über Qualität und Ökonomie und wann sich die Partizipation von Patienten rentiert von besonderer Bedeutung. Die Erfahrungen mit der Einführung des DRG-Systems in der somatischen Medizin zeigten, dass eine solche Einführung durch intensive Steuerung der medizinischen Qualität begleitet werden muss.

Auch in der Psychiatrie werden verschiedene Fragestellungen vor dem Hintergrund der Einführung des neuen Entgeltsystems (PEPP) im nächsten Jahrzehnt von Bedeutung sein. Ein zentraler Punkt ist unter anderem, ob die Qualität der psychiatrischen Versorgung zukünftig der entscheidende Wettbewerbsfaktor sein wird, der die Ausrichtung der psychiatrischen Einrichtungen bestimmen wird. Damit stellen sich gleichzeitig die Fragen, ob Wettbewerb Qualität fördern oder gefährden kann und welche Rolle die Partizipation von Patienten und Beschäftigten bei der Qualität der psychiatrischen Versorgung und den ökonomischen Rahmenbedingungen spielen wird.

Die 5. Fachtagung Psychiatrie diskutiert und beantwortet diese Fragen mit den Teilnehmern.

Moderation und Referenten:
Unter der Moderation von Herrn Prof. Dr. Michael Lingenfelder (Philipps-Universität Marburg) sowie Frau Dr. med. Iris Hauth (St. Joseph Krankenhaus Berlin) stellen sich der Diskussion:

Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach (Sozialethiker, Ludwigshafen):
Muss sich Partizipation überhaupt „rentieren“?

Nils Greve (Vorsitzender des Psychosozialen Trägervereins, Solingen):
Verbesserung der Qualität regionaler psychiatrischer Versorgung durch Partizipation von Klienten

Peter Brückner-Bozetti (BAB, Bremen) und Prof. Dr. Michael Lingenfelder (Philipps-Universität Marburg):
Adäquate Partizipation – Organisatorische, personelle, infrastrukturelle Voraussetzungen

Johannes Georg Bischoff (Bundesverband der Psychiatrie-Erfahrenen, Kirrweiler):
Wollen Patienten überhaupt beteiligt werden, woran und in welchem Ausmaß?

Wir würden uns freuen, wenn Sie sich an dieser Diskussion intensiv beteiligen würden. Wir sind der festen Überzeugung, dass dieses Spannungsfeld von Partizipation und Ökonomie für alle Stakeholder in psychiatrischen Einrichtungen eine Zukunftsfrage ist.

Newsletterarchiv 2012

18.12.2012: Ohne Differenzierung der Angebote geht es nicht

Ohne Differenzierung der Angebote geht es nicht


Bremen, 18. Dezember 2012 – Nach Inkrafttreten der UN-Behindertenkonvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung und der Unterzeichnung durch die Bundesregierung sowie den Rechtsprechungen bzgl. der Anwendung von Zwangsmedikation in jüngster Zeit, ist spätestens deutlich, wie zentral die Forderung ist, dass in allen Bereichen der psychosozialen Versorgung Erfahrene und Angehörige beteiligt werden müssen und dass das Recht auf Selbst- und Mitbestimmung zentraler Bestandteil eines jeglichen psychosozialen Hilfesystems sein muss.

Wenn sich die Psychiatrie als empirische Wissenschaft versteht, die auf praktischen Erfahrungen beruht, muss sie sich denjenigen zuwenden, die Grenzerfahrungen erleben und die subjektiven Erfahrungen im Trialog mit Betroffenen und Angehörigen für eine an den Bedürfnissen und Bedarfen orientierte psychiatrisch/psychosoziale Versorgung nutzen. Dazu ist es erforderlich entsprechende differenzierte Angebote aller am Prozess Beteiligten zu schaffen, um die Begleitung und Betreuung auf „dem Weg der Gesundung“ zu gestalten.

Auf der 5. Fachtagung Psychiatrie werden im Rahmen des Workshop I „Partizipation von Patienten – Gemeinsam aus der Praxis lernen“ zahlreiche aktuelle Partizipationsprojekte vorgestellt. Anhand der Betrachtung unterschiedlicher Arbeitsfelder wird aufgezeigt wie unterschiedlich diese Angebote und Ansätze eines partizipativen Miteinanders sein können. Gemeinsam mit den Teilnehmern werden Chancen, Befürchtungen, Möglichkeiten und Grenzen von trialogischen und partizipativen Arbeitszusammenhängen erörtert. Ebenso soll dazu ermutigt werden, über die Möglichkeiten des trialogischen Zusammenarbeitens im eigenen Arbeitsfeld nachzudenken, Diskussionen über Wege der Umsetzung anzuregen und zu überlegen, wie durch die Beteiligung Psychiatrie-Erfahrener und Angehöriger eine bestmögliche psychosoziale Versorgung zu gewährleisten ist.

Die Kurzvorträge bieten einen Einstieg in verschiedene Ebenen der partizipativen Beteiligung.

Moderation:
Die Moderation ist trialogisch besetzt.

Klaus Laupichler, Peer-to-Peer Beratung Klinikum Heidenheim
Jürgen Bombosch, Mitglied des Vorstands der Rheinischen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie
Hilde Schädle-Deininger, Leiterin der Fachweiterbildung Psychiatrische Pflege an der Fachhochschule Frankfurt am Main

Unsere Referenten sind:
Partizipation im Arbeitsleben: EX-IN-Ausbildung und EX-IN-Absolventen als Mitarbeiter (Jörg Utschakowski, Bremen; Angelika Lacroix und Birgit Kowski, Bremerhaven)

Partizipation in Gremienarbeit: Inhaltliche und strukturelle Gestaltung eines Gemeindepsychiatrischen Trägers durch Beteiligung der Betroffenen - Erfahrungen, Auswirkungen, Grenzen (Cornelius Kunst, Angelika Wöller und Martin Vedder, Solingen)

Partizipation bei Beschwerden und Konflikten: Die Unabhängige Beschwerdestelle (Joachim Schittenhelm und Rosemarie Dribbisch, Stuttgart)

Partizipation im Forschungsbereich: Ergebnisse einer Forschungswerkstatt (Matthias Behrendt, Olaf Hübner, Frank Meier, Sigismund Oheim, Psychiatrie-Erfahrene aus Schleswig-Holstein)

Auf dem Marktplatz:
Zahlreiche Posterpräsentationen und Informationsmöglichkeiten zeigen einen Einblick in die Vielfalt der trialogischen Umsetzung der einzelnen Initiativen und Angebote.

Partizipation von Genesungshelfern als Mitarbeiter
Mitarbeiter in der Klinik (Angelika Lacroix und Birgit Kowski, Bremerhaven)
EX-In-Ausbildung (Jörg Utschakowski, Bremen)
Peer-to-Peer-Beratung (Klaus Laupichler, Heidenheim)
Genesungsbegleitung  in der Tagesklinik (Anja Henke, Elisabeth Richter und weitere Mitarbeiter des Teams, Potsdam)

Trialogische und partizipative Konzepte in der Behandlung und Lehre
Angehörigen-Visite (Dr. Sabine Schütze, Berlin) 
Weddinger Modell (Dr. Lieselotte Mahler, Ina Jarchov-Jadi, Berlin)
Gemeinsam Unterrichten (Hilde Schädle-Deininger, Offenbach)
Weglaufhaus (Christine Carri, Berlin)
Schulprojekte Berlin (Koordinator: Christian Reumschüssel-Wienert, Berlin) 

Grundsätzliches und Mögliches im partizipativen Miteinander
Beschwerdestelle (Joachim Schittenhelm und Rosemarie Dribbisch, Stuttgart)
Beschwerdestelle (Stephan Weigand, Berlin)
Trialogische Forschung: Gelingendes Krankheitsverständnis - Ergebnisse einer Forschungswerkstatt (Matthias Behrendt, Olaf Hübner, Frank Meier, Sigismund Oheim, Schleswig-Holstein)
Bürgerbeteiligung/Personalvertretung (Martin Vedder, Cornelius Kunst und Angelika Wöller, Solingen)

07.12.2012: Neue Herausforderungen durch Partizipation

Geänderte Arbeitsbedingungen durch Partizipation von Patienten: Neue Herausforderungen zum Qualitätsmerkmal entwickeln


Bremen, 07. Dezember 2012 - Die Partizipation von Patienten in der psychiatrischen Versorgung wird die Arbeitsbedingungen in den Einrichtungen nachhaltig beeinflussen und neue Herausforderungen mit sich bringen. 

Die Kontrollgremien, wie Aufsichts- und Verwaltungsräte, müssen sich auf die Mitsprache der Patientenvertreter einstellen und damit stehen Eigentümer und Management auch vor der Frage, wer künftig Entscheidungen verantwortet und wie beispielsweise Haftungsfragen zu regeln sind.  Wurden bei Beschlüssen in der Vergangenheit die Meinungen der Experten bzw. der Arbeitnehmer sowie des Managements aufeinander abgestimmt, so sind zukünftig auch die Zielsetzungen der Nutzer zu berücksichtigen. Ebenso wird man sich in den psychiatrischen Einrichtungen darüber Gedanken machen müssen, wie die Partizipation der Patienten in Entscheidungsprozessen verankert und Bestandteil einer wirtschaftlichen Prüfung werden kann.

Doch nicht nur in den Gremien und im Management werden sich die Arbeitsweisen verändern. Die Mitarbeitervertretungen stehen vor der Frage, wie die Interessen der Arbeitnehmer mit den Interessen der Psychiatrieerfahrenen sinnvoll zu vereinbaren sind.

Dass die Herausforderungen der Veränderungen aber ebenso große Chancen bieten, hat der Erfahrungsaustausch im Trialog bereits aufgezeigt: Die Beteiligung der Nutzer ist ein Qualitätsmerkmal, das eines der wichtigsten Marketing-Instrumente darstellt. Von ihm könnte zukünftig das Wachstum einer Einrichtung abhängen. Ebenso sind hiervon Auswirkungen auf gute Arbeitsbedingungen zu erwarten.

Auf der Fachtagung Psychiatrie möchten wir die neuen Herausforderungen für die psychiatrische Arbeitswelt erörtern und diskutieren. Das Thema „Wie verändert Partizipation von Patienten die Arbeit in der regionalen psychiatrischen Versorgung?“, das im Rahmen des Forums B der Fachtagung behandelt wird, widmet sich gleichzeitig der Frage, wie das neue pauschalierende Entgeltsystem (PEPP) auszugestalten ist, um dieser veränderten Arbeitsweise gerecht zu werden.

Unsere Referenten sind:
Aus der Sicht der Patienten/Nutzer: Ursula Maria Müller (Leiterin Selbsthilfe Depression, Kaiserslautern)
Aus der Sicht der Arbeitnehmer: Gerhard Walsken (Betriebsrat, Psychosozialer Trägerverein Solingen e.V.) – angefragt
Aus der Sicht des Managements: Dieter Lang (Diakonissen Speyer-Mannheim, Geschäftsführer Bethesda Landau, Vorstandsmitglied Bundesverband evangelische Behindertenhilfe e.V., Berlin)

Moderation: Paul Bomke, Geschäftsführer, Pfalzklinikum, Klinkenmünster und
Herbert Weißbrod-Frey, Bereichsleiter Gesundheitspolitik, ver.die-Bundesverwaltung, Berlin

27.11.2012: Gesundheitsminister Bahr unterzeichnet Verordnung Pauschalierendes Entgeltsystem Psychiatrie/Psychosomatik (PEPP)

Gesundheitsminister Bahr unterzeichnet Verordnung Pauschalierendes Entgeltsystem Psychiatrie/Psychosomatik (PEPP)


Bremen, 27. November 2012 – Mit der Unterzeichnung der Verordnung PEPP hat Minister Bahr Fakten geschaffen. Trotz des Widerstands sämtlicher Fachverbände in der Psychiatrie und der Psychosomatik hat der Minister damit den fachlichen Dialog beendet. Für die Akteure in der Psychiatrie und der Psychosomatik heißt es nun, die neuen Fakten zu bewerten und Zielsetzungen und Strategien vor diesem Hintergrund zu diskutieren. Einen Beitrag dazu leistet die 5. Fachtagung Psychiatrie, Regionale psychiatrische Hilfesysteme und Ökonomie mit dem Thema: Partizipation von Patienten an der regionalen psychiatrischen Versorgung – Konsequenzen für Qualität, Ökonomie, Arbeit und Sozialraum und das neue Pauschalierende Entgeltsystem.

Die Fachtagung diskutiert im Forum ´Entgeltsystem – Spannungsfeld, Ökonomie und Psychiatrie` die aktuellen Entwicklungen des Entgeltsystems. Die Moderatoren Dr. med. Dieter Grupp (Geschäftsführer ZfP Südwürttemberg) und Niko Stumpfögger (ver.di-Bundesverwaltung, Bereich Gesundheitswirtschaft) moderieren die Diskussion unter strategischen Gesichtspunkten.

Referenten zum Thema sind:
-  Dipl.-oec. Mathias Larbig (Beratungsunternehmen MCK Consult, Hamburg) stellt die aktuellen Entwicklungen des Entgeltsystems dar und zeigt in Form einer kritischen Bestandsaufnahme die Herausforderungen für die Akteure in der Psychiatrie auf.
-  Dr. med. Jürgen Lütticke (Medizincontrolling Vivantes GmbH Berlin) reflektiert den Wandel des Vergütungssystems aus der Perspektive der psychiatrischen Krankenhausversorgung im Spannungsfeld Psychiatrie und Ökonomie.
-  Prof. Dr. Reinhold Kilian (Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II, Universität Ulm) referiert zu den Wirkungen von Ökonomie und Entgeltsystemen auf die psychiatrische Versorgung vor dem Hintergrund internationaler Erfahrungen.
-  Dr. Bernhard Braun (Zentrum für Sozialpolitik, Gesundheitsökonomie, Gesundheitspolitik und Versorgungsforschung der Universität Bremen) reflektiert die Einführung eines neuen Pauschalierenden Entgeltsystems im Kontext von Ökonomie und Arbeit.
-  Holger Höhmann (Vorstandsvorsitzender LVR-Klinik Langenfeld) stellt abschließend das Spannungsfeld von psychiatrischer Versorgung und wirtschaftlicher Effizienz dar.

30.10.2012: Partizipation von Patienten - 5. Fachtagung Psychiatrie am 21. und 22. Februar 2013 in Berlin

Partizipation von Patienten an der regionalen psychiatrischen Versorgung - Konsequenzen für Qualität, Ökonomie, Arbeit und Sozialraum


Bremen, 30. Oktober 2012
– Die Partizipation von Patienten an Entscheidungsprozessen auf allen Ebenen stellt das Management von Einrichtungen, Netzwerken und Leistungsverbünden vor neue Herausforderungen. Das Recht auf Selbstbestimmung psychisch kranker Menschen steht unter verschiedenen Aspekten im Fokus der Diskussion um die Weiterentwicklung psychiatrischer Versorgungsstrukturen. Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes fordert eine stärkere Einbeziehung von Patienten in die Ausgestaltung von Behandlungs- und Versorgungsprozessen, auf die das Management reagieren muss.

Die Tagung wird sich diesen Themen stellen, Beispiele aufzeigen wie die verstärkte Partizipation von Patienten Versorgungsstrukturen verbessern und verändern kann. Ebenso werden Fragen beantwortet, wie Partizipation von Patienten und betriebliche Mitbestimmung in Einklang gebracht werden können.

Zweiter Schwerpunkt der Tagung ist das neue pauschalierende Entgeltsystem Psychiatrie/Psychotherapie (PEPP). Wie ist der Stand der Vorbereitung der einzelnen Kliniken auf das neue PsychentgG? Welche Auswirkungen wird die veränderte Finanzierung auf regionale Versorgungsnetze ausüben? Inwiefern ist der komplementäre/gemeindepsychiatrische Bereich mit betroffen? Wie wird kalkuliert und welche Einrichtungen beteiligen sich.

14.02.2012: Mitarbeiter gewinnen und binden

Erst wenige Arbeitgebermarken im Sozialbereich: Erfolgreich Mitarbeiter binden und Mitarbeiter gewinnen!

Bremen, 14. Februar 2012 – „Ein guter Platz zum Arbeiten“, das sollte nach Ansicht des Geschäftsführers der Brücke Schleswig-Holstein, Wolfgang Faulbaum-Decke, das nachhaltige Ziel von Unternehmen und Institutionen sein. Dazu gehöre die kontinuierliche Verbesserung der Attraktivität als Arbeitgeber und der Mitarbeiterzufriedenheit. Dies sind unter anderem zentrale Themen der 4. Fachtagung Psychiatrie, die am 23. Und 24. Februar 2012 in Berlin stattfindet.

Erst wenige Unternehmen und Institutionen im Sozialbereich würden in die Schaffung von Dienstleistungs- und Arbeitgebermarken investieren. Für den Geschäftsführer der Brücke Schleswig-Holstein, steht aber außer Frage, dass ein enger Zusammenhang zwischen der Attraktivität als Arbeitgeber, der Zufriedenheit der Mitarbeitenden, der Qualität der Dienstleistungen und einer Zustandsverbesserung der Klienten besteht. Faulbaum-Decke ist davon überzeugt, dass am Arbeitsplatz die Prinzipien der Selbstorganisation, Mitarbeiterförderung, Chancengleichheit sowie eine offene Kommunikation und der wertschätzende Umgang einen zentralen Stellenwert haben. Gute Beispiele für die Schaffung von Arbeitgebermarken seien die Jugendhilfe Oberbayern sowie das Diakonische Werk Oberbayern. Diese hätten durch mitarbeitergetriebene Projekte Zeichen setzen können.

Seine Einrichtung erhielt im vergangenen Jahr von Great Place to Work® das Gütesiegel "Deutschlands Beste Arbeitgeber 2011" für ihre Qualität und Attraktivität als Arbeitgeber verliehen. Die Brücke SH ist damit eines von 100 Unternehmen in ganz Deutschland, das diese Auszeichnung erhielt und belegte in der Kategorie der Unternehmen mit 500 - 2.000 Mitarbeitern Platz 22. "Im bundesweiten Wettbewerb sind wir zudem das einzige Unternehmen, das dieses Gütesiegel nach Schleswig-Holstein holt", freute sich Faulbaum-Decke.

Um auch künftig erfolgreich neue und junge Mitarbeiter anzusprechen, sollten Unternehmen und Organisationen wissen, was sie als Arbeitgeber auszeichnet. Beim Aufbau einer solchen Marke stehen die meisten aber erst am Anfang, so Faulbaum-Decke. Dies werde und müsse sich in den kommenden Jahren ändern.

Unter der Leitung von Wolfgang Faulbaum-Decke referieren und diskutieren in der Praxiswerkstatt B zum Thema ‚Personalgewinnung - Personalbindung‘ am 23. Februar 2012 Frank Hauser, Geschäftsführer, Great Place to Work, Köln; Tatjana Fuchs, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Internationales Institut für empirische Sozialökonomie INIFES, Stadtbergen; Norbert Ohnesorg, Geschäftsführer, Klinikum Region Hannover; Juliane Dohren, Personalrätin, Pfalzklinikum, Klingenmünster, sowie Dr. Martin Schwarz-Kocher, Geschäftsführer, IMU Institut, Stuttgart.


07.02.2012: Arbeitsbedingungen und Mitbestimmung

Regionale psychiatrische Versorgungsnetze: Wie können Arbeitsbeingungen und Mitbestimmung verbessert und weiterentwickelt werden? Management muss den Rahmen gestalten und vorab festlegen!

Bremen, 07. Februar 2012– Regionale psychiatrische Netze stellen neue und erhöhte Anforderungen an die Akteure, wenn sie den Patienten nachhaltig nützen sollen. Wie können dabei die Arbeitsbedingungen der Team-Mitarbeiter verschiedener Träger verbessert und moderne Mitbestimmungsregelungen getroffen werden? Diese und weitere zum Themenkomplex ‚Arbeitsbedingungen – Mitbestimmung‘ gehörende Fragen beleuchtet die Praxiswerkstatt A der 4. Fachtagung Psychiatrie, die am 23. und 24. Februar in Berlin stattfindet, aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

„Das Management muss im Rahmen von regionalen psychiatrischen Versorgungsnetzen, insbesondere wenn Teams aus Mitarbeitern unterschiedlicher Träger zusammenarbeiten, wesentliche Fragen wie Weisungsbefugnis, Personalgestellung, Organisation des Dienstbetriebes, Arbeits- und Wegezeiten sowie Flexibilität beim Einsatz vorher grundlegend regeln“, darauf weist Dr. med. Dieter Grupp, Geschäftsführer ZfP Südwürttemberg in Ravensburg und Moderator der Praxiswerkstatt A bei der Fachtagung Psychiatrie, vorab hin. Andernfalls seien die besonderen Herausforderungen im Rahmen der Versorgungsnetzte nicht zu bewältigen. Auch hinsichtlich der Anforderungen an die Mitarbeiter sind Festlegungen nötig, beispielsweise verändertes, erweitertes Tätigkeitsprofil, aufsuchende Tätigkeiten (Hometreatment), berufsübergreifende Aufgaben, erhöhte Verantwortung, Substitution ärztlicher Aufgaben, Haftungsfragen und hoheitliche Aufgaben nach PsychKG. Ebenso sind Probleme im Bereich der Mitbestimmung zu klären, wenn sich Teams aus Mitarbeitern kirchlicher, privater und/oder kommunaler Träger zusammensetzen. Sie unterliegen verschiedenen Tarifverträgen und verfügen über unterschiedliche Beteiligungen.

Weitere Akteure dieser Praxiswerkstatt sind: Enriqueta Fobbe, Leiterin der Bundesfachkommission Psychiatrie, ver.di Bundesverwaltung; Dr. Herald Hopf, Leiter der Tagesklinik Preetz; Anja Schilf vom Netzwerk Psychische Gesundheit; Holger Juhlke, Sozialarbeiter der Tagesklinik Preetz; Walter Ganz, Direktor Fraunhofer IOA, Stuttgart; Reiner Koch, Referatsleiter in der ver.di Bundesverwaltung; Bernhard Baumann-Czichon, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht; Nils Greve und Gerhard R. Walsken, Geschäftsführer bzw. Betriebsrat des Psychosozialen Trägerverein Solingen.


20.01.2012: Auswirkungen des neuen Entgeltsystems - Fachtagung Psychiatrie diskutiert

Fachöffentlichkeit diskutiert neues Psychiatrie-Entgeltsystem Regierung verabschiedet Gesetzentwurf - Kritik der Deutschen Kran-kenhausgesellschaft (DKG)

Bremen, 20. Januar 2012 — Knapp einen Monat vor der 4. Fachtagung Psychiatrie geht die Diskussion um das neue Psychiatrie-Entgeltsystem in eine neue Runde. Nachdem die Bundesregierung Anfang Januar den Entwurf für die Einführung der Psychiatrie-DRGs ab 2013 verabschiedete, hat nun die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) das Psych-Entgeltgesetz als leistungsfeindlich kritisiert. Die DKG erwarte Sorgfalt statt Schnelligkeit.
Betroffen von dem neuen Psychiatrie-Finanzierungssystem sind 402 Fachabteilungen und 336 Fachkliniken. Das Finanzvolumen der psychiatrischen und psychosomatischen Versorgung in Deutschland wird auf rund sechs Milliarden Euro beziffert. Die vierte Fachtagung Psychiatrie, die am 23. und 24. Februar in Berlin stattfindet, wird die Inhalte und Auswirkungen des geplanten neuen Psychiatrie-Finanzierungssystem ausführlich und kompetent vorstellen und diskutieren.

Auch in anderen Bereichen steht die Psychiatrie vor größeren Veränderungen, deren Auswirkungen psychiatrische Gesundheitsunternehmen, Mitarbeiter, Versorgungspartner und Patienten betreffen werden. Die zweitägige Veranstaltung setzt ihre Schwerpunkte mit den Themen „Personal — Management — Mitbestimmung“. Beschäftigte sowie Vertreter von Unternehmen und Gewerkschaften, aus Management, Politik und Wissenschaft diskutieren die brennendsten Fragen der psychiatrischen Versorgung in Deutschland.

Auf der Fachtagung Psychiatrie werden dazu u. a. vier Themenblöcke dargestellt und mit den Teilnehmer/-innen ausführlich diskutiert:

- Arbeitsbedingungen und Mitbestimmung Die Arbeit an den Patienten in psychiatrischen Hilfenetzwerken erfordert neue Arbeitsprozesse und -strukturen. Hier gilt es, insbesondere auch aus Erfahrungen in anderen Unternehmens- und Dienstleistungsbereichen zu lernen.

- Personalgewinnung und Personalbindung Ein wichtiger Themenschwerpunkt wird sein, die ‚Erfolgsrezepte guter Arbeitgeber‘ zu beleuch-ten, kritisch zu hinterfragen und geeignete Schlussfolgerungen für die Arbeit in der Psychiatrie und im regionalen Hilfesystem zu diskutieren.

- Arbeit und Entlohnung Neue Formen der Arbeitsgestaltung haben in der Regel auch Auswirkungen auf die Arbeitsinhalte sowie auf die Entlohnung der Beschäftigten. Gleichzeitig ist die Frage nach Personalmindeststan-dards zu stellen.

- Profession und Qualifikation Die Gestaltung von Arbeit in regionalen psychiatrischen Hilfesystemen hat Auswirkungen auf die dort professionell tätigen Personen sowie auf die Qualifikationsentwicklung.


20.12.2011: Pauschalierendens Entgeltsystem - Konsequenzen für das Management

Aktuelles Thema – neues Forum Praxisbewertung: Das Gesetz zum pauschalierenden Entgeltsystem – Konsequenzen für das Management psychiatrischer Einrichtungen

Kurswechsel bei der Umsetzung des KHRG? Das BMG hat kürzlich Eckpunkte veröffentlicht, die neben einer Verlängerung der Einführungsphase auf insgesamt neun Jahre die Stärkung sektorübergreifender Ansätze vorsehen, vor allem durch die Weiterentwicklung der Vorgaben für Modellaufträge und durch die Einbeziehung der Institutsambulanzen. Nach den Arbeiten des InEK mit den Kalkulationskrankenhäusern wird die Anwendung der aktuellen OPS zumindest nachrangig. Beides entspricht den Forderungen der Fachwelt wie zunehmend denen der Krankenkassen - ein „lernendes System“ könnte Wirklichkeit werden.

Der Umsetzungsprozess des KHRG braucht Transparenz. Die Begleitforschung der Selbstverwaltung kommt nicht in Gang. Vor diesem Hintergrund planen Wissenschaftler mit ökonomischer, sozialpolitischer und psychiatrischer Kompetenz und Institutionsberater eine unabhängige Begleitforschung in ausgewählten Regionen, um die komplexen Wirkungen des neuen Entgeltsystems auf Ökonomie, Organisation, Mitarbeiter und Patienten zu untersuchen und Handlungsempfehlungen für das Management, die Mitbestimmungsgremien und die Beteiligung der Nutzer zu erarbeiten.
Auf der 4. Fachtagung Psychiatrie sollen in einem neuen Forum C die praktischen Konsequenzen des Entgeltsystems und des aktuellen Gesetzesentwurfes diskutiert werden. Für dieses Forum wurden Praktiker aus Management, DRG-Controlling, IT-Unternehmen sowie von Kostenträgern eingeladen. Freuen Sie sich mit uns auf eine anregende Diskussion der Konsequenzen des Referentenentwurfes.


06.12.2011: Den Wandel in der Psychiatrie erfolgreich gestalten

Den Wandel in der psychiatrischen Versorgung erfolgreich gestalten — Neue Wege suchen, finden und gehen

Bremen, 06. Dezember – Die Psychiatrie steht in vielerlei Hinsicht vor größeren Veränderungen, deren Auswirkungen psychiatrische Gesundheitsunternehmen, Mitarbeiter, Versorgungspartner und Patienten betreffen werden. Was bringen die neuen Finanzierungsmodelle? Wie können und müssen sich Unternehmen und ihre Mitarbeiter erfolgreich aufstellen? Wie kann auch künftig eine qualitativ gute psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgung geleistet und organisiert werden? Das sind nur einige der Fragen, die die aktuellen Diskussionen beherrschen.

Bereits zum vierten Mal findet die Fachtagung Psychiatrie am 23. und 24. Februar 2012 in Berlin statt. Die zweitägige Veranstaltung setzt ihre Schwerpunkte mit den Themen „Personal — Management — Mitbestimmung“. Beschäftigte sowie Vertreter von Unternehmen und Gewerkschaften, aus Management, Politik und Wissenschaft diskutieren die brennendsten Fragen der psychiatrischen Versorgung in Deutschland.

In Gesundheitsunternehmen und auch in der Psychiatrie gibt es vor dem Hintergrund der demogra-phischen Veränderungen und dem damit zu erwartenden Fachkräftemangel verstärkt die Notwendig-keit, ein betriebliches professionelles Personalmanagement zu verankern, um auch zukünftig eine qualitativ gute Patientenversorgung sicher stellen zu können. Die Weiterentwicklung der regionalen Hilfssysteme zu regionalen, vernetzten, integriert finanzierten Versorgungssystemen wirft beim Thema Personalmanagement ganz neue Fragen auf, insbesondere vor dem Hintergrund eines neuen Ent-geltsystems: Welche Modelle der Arbeitsorganisation müssen für die ambulantisierte Psychiatrie ent-wickelt werden? Wie lässt sich Mitbestimmung trägerübergreifend realisieren? Wie werden sich die Professionen weiterentwickeln? Wie müssen sich die Inhalte in Aus-, Fort- und Weiterbildung verän-dern?

Auf der Fachtagung Psychiatrie werden dazu u. a. vier Themenblöcke dargestellt und mit den Teil-nehmern ausführlich diskutiert:

- Arbeitsbedingungen und Mitbestimmung Die Arbeit an den Patienten in psychiatrischen Hilfenetzwerken erfordert neue Arbeitsprozesse und -strukturen. Hier gilt es, insbesondere auch aus Erfahrungen in anderen Unternehmens- und Dienstleistungsbereichen zu lernen.

- Personalgewinnung und Personalbindung Ein wichtiger Themenschwerpunkt wird sein, die ‚Erfolgsrezepte guter Arbeitgeber‘ zu beleuch-ten, kritisch zu hinterfragen und geeignete Schlussfolgerungen für die Arbeit in der Psychiatrie und im regionalen Hilfesystem zu diskutieren.

- Arbeit und Entlohnung Neue Formen der Arbeitsgestaltung haben in der Regel auch Auswirkungen auf die Arbeitsinhalte sowie auf die Entlohnung der Beschäftigten. Gleichzeitig ist die Frage nach Personalmindeststan-dards zu stellen.

- Profession und Qualifikation Die Gestaltung von Arbeit in regionalen psychiatrischen Hilfesystemen hat Auswirkungen auf die dort professionell tätigen Personen sowie auf die Qualifikationsentwicklung.


14.11.2011: Fachtagung diskutiert Psychiatriefinanzierung

Schafft der Wandel in der Psychiatrie neben Risiken auch Chancen? Referentenentwurf zur Psychiatrie-Finanzierung vorgelegt – Unsicherheiten beseitigt?

Bremen, 14. November – Vielerorts sorgt die unübersichtliche Phase des Wandels in der psychiatri-schen Versorgung für große Unsicherheit bei Beschäftigten, Führungskräften, Patienten und Angehöri-gen. Für alle Einrichtungen der regionalen psychiatrischen Versorgung bergen mögliche Auswirkungen wie finanzielle Kürzungen, Wettbewerbszunahme und Leistungsverdichtung sowie neue Arbeitsformen und fehlender Nachwuchs viele Risiken. Könnte dies aber auch eine Chance sein, die Situation zu ver-bessern?

Vor wenigen Tagen hat nun das Bundesgesundheitsministerium den Referentenentwurf für ein Gesetz zur Einführung eines pauschalierenden Entgeltsystems für psychiatrische und psychosomatische Ein-richtungen vorgelegt. Sind damit die Unsicherheiten des Wandels geringer geworden, fragt die Fach-tagung Psychiatrie, die am 23. und 24. Februar 2012 zum vierten Mal in Berlin stattfindet?

Der Referentenentwurf bereitet mit der Einführung eines pauschalierenden Entgeltsystems den Weg zu mehr Klarheit und Einheitlichkeit der Finanzierung. „Das ist zu begrüßen“, betont Paul Bomke, Ge-schäftsführer des Pfalzklinikums für Psychiatrie und Neurologie und Moderator des Finanzierungs-Workshops bei der 4. Fachtagung-Psychiatrie. Ein weiterer Pluspunkt aus seiner Sicht: „Wer schnell umsteigt, kann auch mehr Personal finanzieren und damit die Qualität der Versorgung und die Ar-beitsbedingungen verbessern“.

Die verbleibende Unsicherheit besteht vor allem darin, dass die Unterschiede in den Tagespauschalen für die Behandlung der verschiedenen Patientengruppen noch im Dunklen liegen. Daraus werden sich im nächsten Jahr erhebliche Herausforderungen für erforderliche strukturelle Anpassungen ergeben. Positiv zu sehen sind insbesondere die Möglichkeiten zur Stärkung sektorenübergreifender Ansätze und zur Vereinbarung neuer Versorgungsmodelle (einschließlich Home Treatment). Dafür muss die bereits erreichte Vernetzung von Versorgungsangeboten ausgebaut und die einrichtungs- und berufs-übergreifende Zusammenarbeit der Mitarbeiter/innen weiterentwickelt werden. Es kommt jetzt darauf an, auch die Arbeitsmarktstrukturen der unterschiedlichen Leistungserbringer regionaler psychiatrischer Hilfesysteme zu vernetzen.